Hohlphrasen, Blähsätze
    oder innovatives, effizientes Wissen?

    Unser Marketing Buzz umfasst genau das und erklärt kurz und schmerzlos, was der neuste Shit in der Digitalszene so bedeuten mag. Unsere absoluten Favoriten haben wir hier einmal aufgelistet: Buzzwords, die uns besonders gefallen, ständig nerven oder uns tatsächlich wichtig erscheinen. Zu jeder Erklärung folgt ein theoretisches und im besten Fall praktisches Beispiel – und manche bekommen noch den sogenannten „Hot-Shit-Faktor“, ein Label bzw. einen Indikator, der mögliche aktuelle und zukünftige Potenziale aufzeigen soll.

    Wie es geht? Einfach ein Buzzword im Header anklicken, ein Wort mit unbekannter Bedeutung ins Suchfeld eintippen oder durch unsere Liste scrollen. Und wenn anschließend noch Klärungs- oder Beratungsbedarf besteht: bitte melden! Wir machen mit Mythen Schluss und zaubern aus rätselhaften Anglizismen, Konstrukten und Wortfetzen sinnstiftende Sätze und Ideen. Mit Stil, Charme und Methode. Los geht’s!

    Heutzutage kennt man sich ja eigentlich nur noch übers Netz. Von Facebook über YouTube bis hin zu Blogs. Da braucht man schon mal eine Bezeichnung für die unwahrscheinliche Möglichkeit des Aufeinandertreffens außerhalb der Internet-Szene. Also so in echt und in Farbe. „Der ist ganz schön bodenständig #IRL“ wären dann Internet-Kommentare, die zu dem Dasein eines Menschen außerhalb seines virtuellen Habitats – In Real Life – passen würden. For real jetzt.

    Tja. Für manche Konsumenten vielleicht echt genial – für Werber und Unternehmen ein Schrecken. Der Adblocker – „Für ein Web ohne nervige Werbung“. Das kostenlose Plug-In für Browser wie Safari, Chrome, Firefox und Konsorten, das Bannerwerbung, Pop-ups, Tracking und Malware blockiert, ist gerade für Unternehmen, die auf Internetwerbung angewiesen sind, ein echtes Hindernis. Das Plug-in kann nur durch eine Adblocker-Sperre umgangen werden, die aktiv von Webseitenbetreibern – wie dies bereits bild.de macht – zwischengeschaltet wird. Inhalte werden im Fall der Sperre nicht ausgespielt – bis der Adblocker deaktiviert ist.

    Bei einer Aggregation werden Daten gesammelt und in zusammenfassender Form ausgedrückt. Zum Beispiel für statistische Analysen. Bei einer generellen Aggregation geht es darum, mehr Informationen über eine spezielle Zielgruppe zusammenzutragen, etwa über das Alter, das Einkommen oder den Beruf. Diese gesammelten Informationen können beispielsweise für die Einblendung zielgruppengerechter Bannerwerbung auf einer Webseite genutzt werden.

    Gehypt, beerdigt, auferstanden … und wieder ein Flop? Bei den Themen AR und VR streiten sich die Experten, Nutzer und diverse Szenen. Schon in den 1990er Jahren kam das Thema Virtual Reality auf. Mit unglaublich teuren Soft- und Hardwarelösungen wurden z. B. im Ars Electronica Center in Linz im sogenannten Cave virtuelle Welten zwischen wissenschaftlichen Simulationen, Industrieanwendungen und Computerspielen erfahrbar gemacht. Mittlerweile gibt es u. a. Anwendungen in der Medizin und in der Automobilindustrie sowie Computerspiele und diverse Simulatoren (Flug, Fahrzeuge usw.). Aber im Bereich der Markenkommunikation hat das Thema noch nicht so richtig Fahrt aufgenommen. Unter anderem hat Audi zusammen mit Samsung und deren Gear-VR-Anwendung diverse Automodelle für die Kunden via Simulation erfahrbar gemacht. So können die Käufer ihr Fahrzeug in diversen Ausstattungen Probe fahren, ohne wirklich ein Fahrzeug bewegt zu haben. Der Vorteil für den Händler: Er benötigt genau ein Ausstellungsfahrzeug, welches dann in der Simulation in allen nur möglichen und unmöglichen Konfigurationen getestet werden kann. Außerdem kann der Kunde Fahrtrainings absolvieren, ohne mit dem Fahrzeug in reale kritische Situationen zu kommen (vgl. Ilg 2017, Audi 2015). Die emotionale Überzeugungskraft ist allerdings noch ausbaufähig. Grundsätzlich lassen sich hier für Marken in Zukunft aber Erlebnisse schaffen, die z. B. den POS ins Wohnzimmer verlagern. Beispielsweise kann ein Anwender beim Kauf einer Outdoor-Funktionsjacke das Produkt in den Bergen von Island realitätsnah simuliert erleben.

    „Big Data“ umfasst große Mengen an Daten, die aus unterschiedlichen Bereichen stammen. Etwa aus dem Internet- und Mobilfunkbereich, der Finanzindustrie, der Energiewirtschaft, dem Gesundheitswesen und aus sozialen Medien, Kredit- und Kundenkarten, Assistenzgeräten, Überwachungskameras sowie Flug- und Fahrzeugen. Diese gesammelten Daten werden mit speziellen Lösungen gespeichert, verarbeitet und anschließend mit der Big Data Analyse ausgewertet.

    Klingt wie Zukunftsmusik. Ist es auch. Die Cyberwährung Bitcoin gibt’s allerdings nicht nur in digitalen Sphären, sondern hat es bereits ins reale Leben geschafft. An speziellen Börsen können Bitcoins ge- und verkauft werden und einige Online-Händler akzeptieren die Währung sogar schon als Zahlmittel. 2009 – das Schöpfungsjahr der ersten virtuellen Münze – für Euro-Kritiker, Computerfreaks und Fans eines freien Geldes geschaffen, sehen heute auch immer mehr professionelle Anleger den Bitcoin als ernstzunehmende Währungsalternative.

    Unter Bots, die Kurzform von „Robots“, versteht man Softwareprogramme, die weitestgehend automatisch und selbstständig Aufgaben erarbeiten, ohne dabei auf die Interaktion eines menschlichen Benutzers angewiesen zu sein. Bots funktionieren also von alleine. Sie können beispielsweise für kommerzielle Zwecke genutzt werden und einen potentiellen Kunden auf einer Internetseite fragen, was er kaufen will. Oder ihn beraten. Was vor allem für Unternehmen interessant ist. Es gibt allerdings auch Bots, die sich in sozialen Netzwerken herumtreiben. Beispiele hierfür sind Facebook oder Snapchat: Wetter abfragen, Klamotten bestellen, Nachrichten lesen.

    Content is king. Vor allem im Marketing. Genau deshalb ist Content-Marketing eine immer wichtiger werdende Marketing-Methode, die mit Content, also Inhalten, relevante Zielgruppen anspricht, begeistert und unterhalten soll. Wichtige Teildisziplinen sind hier PR, SEO, Social Media und Newsletter. Hauptziele sind neben Interaktionen – wie beispielsweise Leads – auch ganz klassisch Kundenbindung und Imageaufbau.

    Die Abkürzung CPL steht für „Cost per Lead“ und beschreibt eine Abrechnungs- bzw. Zahlungsmethode im E-Commerce-Bereich. Aus dem Englischen übersetzt werden kann diese Methode auch mit „Kontaktvergütung“. Dabei wird, wie der Name schon sagt, pro Lead über ein Werbemittel, wie etwa Banner oder Text-Links, abgerechnet. Ein Lead stellt hierbei persönliche Daten dar, welche Interessenten in ein Formular eintragen. Nur wenn ein User auf einen Banner klickt und seine Kontaktdaten tatsächlich hinterlässt, wird ein festgelegter Betrag für den Werbenden fällig.

    „Kompetente Hilfe zur Selbsthilfe“ könnte man Customer Care durch lernende Bots ebenfalls nennen: digitale Kundenberater können etwa mit zielgerichteter vertrieblicher Ansprache Kunden beraten oder ihnen bei der Fehlerbehebung – etwa im Telekommunikationsbereich – unterstützend zur Seite stehen. Dabei arbeiten die Bots als smarte Assistenten auf Basis eines selbstoptimierenden Targetings. Das ist vor allem für Unternehmen interessant, die ihre Servicekosten minimieren und ihre kundenindividuelle Ansprache maximieren möchten.

    Das Customer Care Management unterliegt einer stetigen digitalen Transformation. Denn mit dem digitalen Wandel wachsen auch die Kundenansprüche rasant. Der Kunde wird anspruchsvoller. Er will Service in Echtzeit, überall und auf all seinen Devices und Kanälen – und das am liebsten individuell und personalisiert. Schnell, mobil, flexibel. Deshalb muss der Customer Care auch in Echtzeit reagieren.

    Das, was Google & Co. nicht erfassen können, wird in der IT-Welt als das Darknet, englisch für „Dunkles Netz“, bezeichnet. Ein komplett verschlüsselter Bereich des Internets – ein Paralleluniversum für teilweise illegale Zwecke. Beim sogenannten Darknet, das vor Suchmaschinen verborgen bleibt, wird ein Peer-to-Peer-Netzwerk erstellt, bei dem Teilnehmer ihre Verbindung untereinander manuell herstellen.

    Neue digitale Technologien, wie beispielsweise soziale Medien oder mobile Kommunikation, erobern die globale Wirtschaft im Sturm. Diese durch Technologie angestoßene Innovationen werden sowohl von Kunden als auch von Unternehmen gleichermaßen genutzt: Social Media, individuelle Interaktion in Echtzeit, etc. Im Alltag längst angekommen, verändern digitale Technologien jedes Geschäftsmodell. Diese Veränderung nennt man auch digitale Transformation: der durch Kundenerwartungen ausgelöste Veränderungsprozess innerhalb eines Unternehmens.

    Im Social Web wird zwischen den Medientypen Paid, Owned und Earned Media unterschieden. Die drei Typen stehen für Kommunikationskanäle im Internet, mit denen Unternehmen ihre Zielgruppen optimal erreichen können. Zu einer perfekten Online-Marketing-Strategie gehört ein Mix aus allen dreien. Earned Media bezeichnet dabei das Phänomen, bei dem Nutzer die Inhalte einer Marke eigenständig verbreiten – über Word-of-Mouth durch Kommentare oder Erfahrungsberichte etwa. Unternehmen verdienen sich Earned Media, im wahrsten Sinne des Wortes, durch hochwertige, relevante und unterhaltsame Inhalte, die Nutzer aktiv sharen.

    Natürlich gibt es Amazon, Zalando und Co. Dennoch ist der Fachhandel noch lange nicht tot. Es verschiebt sich nur alles auf andere Ebenen. Einkaufen muss für den Kunden zum Erlebnis werden. Egal ob digital, in der Shopping Mall oder dem Flagship Store in der Fußgängerzone. Das Markenerlebnis zählt. Große Online-Händler wie beispielsweise Blue Tomato, der Spezialist für Snowboard-, Ski-, Skate- und Surfprodukte, bauen neben dem digitalen Shop europaweit in wichtigen Städten Ladengeschäfte auf, in denen der Kunde die Marken real erleben kann. Viele Kunden informieren sich im Netz und kaufen im Laden, aber auch umgekehrt. Und so kann man als Marke beide Vorlieben bedienen. Das Thema Eigenmarke wird hier mehr und mehr gespielt. So dient der Händler schon lange nicht mehr nur am POS als Erlebniswelt, die entsprechend inszeniert werden muss. Auch digital muss das Produkt- und Markenerlebnis entsprechend dem Markenversprechen gespielt werden.

     

    ABER: Was haben viele Trends gemeinsam?

     

    Sie bleiben Trends und setzen sich nicht durch. Laut einer Liste des Bloggers Josh Steimle sind 2017 folgende Trends dem Ende näher als dem Erfolg (vgl. Steimle 2017):

    1. Twitter

    2. große Bannerwerbungen

    3. Agenturbilder

    4. gefälschte Rezensionen

    5. Pop-up-Anzeigen

    Die eigene Marke oder das eigene Unternehmen zu promoten muss nicht beim Werbemittel oder bei der Zielgruppe anfangen. Auch die eigenen Mitarbeiter können hier mit eingebunden und ermutigt werden, Marken-Content zu teilen – beispielsweise über Social Media. Oft sind nämlich tatsächlich die eigenen Teammitglieder oder Geschäftspartner die besten und authentischsten Markenbotschafter.

    Alles setzt auf Interaktion, die Spaß macht. Alles wird spielerischer: Die Bedienung von Computern, verschiedenen Devices und immer öfter auch Teilaspekte der Arbeitswelt. Selbst monotone Dinge machen auf einmal Spaß. Langweilige Arbeitsabläufe oder nüchterne Programme werden gezielt so modifiziert, dass sie den Spieltrieb des Menschen ansprechen – und genau dann ist von "Gamification" die Rede. 

    Geotargeting oder auch Geolocation ist die Bezeichnung für standortbezogenes Targeting – die zielgruppenspezifische Anzeigenschaltung – und wichtiger Teil des Online-Marketings. Geotargeting äußert sich in der Form, dass Online-Anzeigen nur bestimmten Benutzern, abhängig von ihrem Standort, präsentiert werden. Um den jeweiligen Standort zu ermitteln, werden nicht nur GPS-Daten, sondern auch IP-Adressen genutzt und Datenbanken ausgewertet.

    Growth Hacking umfasst smarte, meist kostenlose Taktiken, sogenannte „Hacks“, die Unternehmen und vielmals auch Start-Ups dabei helfen, bestimmte Kennzahlen zu steigern. Mithilfe von Kreativität, analytischem Denken und dem Einsatz von Social Media soll der Absatz erhöht und Bekanntheit erlangt werden – um damit langfristig das Wachstum eines Unternehmens zu fördern.

    B2B und B2C? Diese Marketing-Segmentierung kennt jeder. Ein Geschäft verkauft allerdings nichts, hat keine Gefühle und interagiert auch nicht. Es sind die Menschen, die auf beiden Seiten des Bildschirms, des Telefons oder des Verkaufsgesprächs stehen, die den Erfolg eines Unternehmens beeinflussen. Wer also seine menschliche Seite zeigt, wirkt echt und authentisch und schafft langfristige, erfolgreiche Beziehungen zu anderen Menschen – zu lebenden, atmenden, fühlenden Kunden. Eine Tatsache, die auch in der Werbung großen Einfluss hat: Welcome to H2H Marketing. Nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe.

    Eine Brille lässt uns in virtuelle Welten blicken, durch die wir uns frei bewegen können. Unsere Finger können Objekte erspüren, die es real eigentlich gar nicht geben dürfte. Besondere, digitale Ausrüstung macht das immersive Eintauchen – die Immersive Experience – in am Computer geschaffene, fantastische Welten möglich. Was eigentlich nach einem Computerspiel klingt, bietet tatsächlich interessante Möglichkeiten: Das virtuelle Erleben von Produkten zum Beispiel ist so von überall und ohne großen Aufwand möglich.

    Der Konsument von heute will anders sein. Er will sich absetzen vom immergleichen, gesichtslosen Otto-Normalverbraucher. Wir sind alle individuell! Für die Werbung gilt es deshalb, Produkte, Services und Dienstleistungen zu individualisieren. Der einzelne Kunde rückt mehr denn je in den Fokus – mit seinen Wünschen und Bedürfnissen. Und steht so im Zentrum von strategischer Markenführung. Individualisierung erfordert etwa mit Realtime Advertising völlig neue Marketingstrategien.

    Influencer-Marketing, oder auch Multiplikatoren-Marketing genannt, ist eine Teil-Disziplin des Online-Marketings. Unternehmen binden mithilfe des Influencer Marketings Meinungsmacher, die sogenannten Influencer, gezielt in ihre Markenkommunikation mit ein. Zum Beispiel YouTuber oder Blogger, die sich in der Online-Welt unabhängig von Unternehmen einen Namen gemacht und eine in unterschiedlichen Zielgruppen bestehende „Credibility“ erarbeitet haben.

    Der Begriff “Internet of Things”, oder kurz IoT, bezeichnet die voranschreitende Vernetzung “intelligenter” Objekte, den Smart Objects, sowohl untereinander als auch mit dem Internet. Verschiedene Gegenstände oder Maschinen werden dabei etwa mit Prozessoren und Sensoren bestückt, um sie zu befähigen, via IP-Netz miteinander zu kommunizieren bzw. sich per M2M – Machine-to-Machine – auszutauschen.

    KPI steht für Key Performance Indicator. Der Begriff bezeichnet bestimmte Kennzahlen, mit denen die Performance oder Leistung von Aktivitäten in Unternehmen nachvollzogen werden kann. Welche KPIs dabei eine Rolle spielen, um Erfolg oder Misserfolg zu messen, hängt vom Unternehmen selbst, den jeweiligen Maßnahmen und den definierten Zielen ab. 

    Denkende Roboter, intelligente Navigationssysteme, Maschinelles Lernen. Künstliche Intelligenz steckt heutzutage in fast jeder Software – auch wenn sie als solche meist gar nicht erkennbar ist. Machine Learning lässt Systeme eigenständig intelligenter werden, da sie Erfahrungswerte selbstständig verarbeiten. Im Online Marketing resultiert daraus, dass beispielsweise Kontexte besser verstanden werden. Dadurch kann bessere Werbung ausgeliefert werden: passender, effizienter, personalisierter – und automatisiert.

    Marketing Automation-Systeme sind Tools, die es erlauben, Marketingmaßnahmen lückenlos zu koordinieren und den digitalen Wandel zum Vorteil von Unternehmen zu nutzen. Marketing Automation automatisiert wiederkehrende Tasks oder beliefert Prozesse automatisch mit Daten.

    Messenger und Chat Tools sind heutzutage die beliebteste Mobile-App-Kategorie nach E-Mail- und Wetter-Apps. Allein der Facebook Messenger hat über eine Milliarde User. Messenger Tools haben die gute alte E-Mail längst als beliebteste Online-Kommunikation abgelöst. Diesen Trend hat natürlich auch der Handel erkannt. Messenger-Dienste werden deshalb für Verbraucher immer mehr zu Anlaufstellen zum Stöbern, Kaufen und für Produktinformationen.

    Qualität statt Quantität. Micro Influencer haben eine vergleichsweise geringe Anzahl an Followern. Und damit eine kleinere Reichweite. Allerdings haben sie gleichzeitig ein hohes Engagement. Follower von Micro Influencern zeigen eine große Loyalität gegenüber den Meinungsmachern, da sie mehr Glaubhaftigkeit ausstrahlen. Dadurch ist die Identifikation mit ihnen durchaus einfacher als mit unnahbaren Promis.

    Facebook hat 2017 bei Live-Videos zehnmal so viele Kommentare wie bei „normalen“ Videos und eine überwältigende Mehrheit wird auf mobilen Endgeräten abgespielt. Wesentliche Aspekte bei der digitalen Transformation sind das Thema Mobilität sowie der Faktor „Live“ und damit die zeitliche und örtliche Unabhängigkeit des Konsumenten. Totale Vernetzung. Mobile Kommunikation mit Smartphone und Wearables. Wir steuern unsere Wohnung (Heizung, Licht, Lüftung, Unterhaltung, Sicherheit etc.), während wir im Auto oder im Zug sitzen. Fast alle Produkte lassen sich mittlerweile online kaufen und es ist keine Frage mehr, ob eine Marke digitales Marketing betreibt, sondern wie lange sie überlebt, wenn sie es nicht oder falsch macht. Die Konsumenten definieren, was, wann, wo und wie sie Informationen oder Produkte konsumieren wollen. Öffnungszeiten, optimale, zielgerichtete Beratungen und Verfügbarkeiten sind Hygiene. Wer hier digital nicht richtig aufgestellt ist, wird nicht lange überleben. Wie sieht heute eine typische Customer Journey aus?

     

    Ich sehe in einem YouTube-Video einen Turnschuh, der mir gefällt. Ich erkenne die Marke, gebe auf Google oder in der YouTube-Suche die entsprechenden Suchbegriffe ein und kann nach Sekunden den Schuh meines Idols im Online-Shop bestellen. Am besten noch in zwei bis drei Größen oder Farbvariationen. Zwischendurch lasse ich mich dann noch von einem Chatbot über Alternativen beraten. Und wenn mir der Schuh nicht gefällt, lasse ich ihn per Abholauftrag wieder zurückgehen. Wenn Sie hier als Marke nicht entsprechend aufgestellt sind, dann werden Sie sich nicht lange am Markt halten können. Junge Start-ups starten schon digital in den Markt und haben hier einen enormen Vorteil. Im Folgenden soll ein Detailbereich innerhalb der digitalen Kommunikation näher betrachtet werden, welcher im letzten Jahr enormen Zuwachs zu verzeichnen hatte. Die Rede ist von sogenannten Chatbots.

     

    Unter Chatbots – oder kurz: Bots – versteht man textbasierte Dialogsysteme. Über eine Texteingabemaske können Nutzer mit dem hinter dem Bot stehenden System kommunizieren. Die Bots greifen dabei auf vorgefertigte Datenbanken, sogenannte Wissensbasen, zurück. Eingegebene Fragen werden zunächst in Einzelteile zerlegt und verarbeitet. Diese Verarbeitung (Preprocessing) umfasst beispielsweise die Harmonisierung von Schreibweisen und das Entfernen von Tippfehlern. In einem zweiten Schritt wird die Frage (über Erkennungsmuster) gelöst und gegebenenfalls werden verschiedene Muster verschachtelt (Postprocessing). Dadurch ist ein sinnvoller Dialog mit dem Nutzer möglich. Gelegentlich werden Bots in Verbindung mit einem Avatar verwendet. Derartige Systeme bezeichnet man auch als virtuelle persönliche Assistenten.

     

    Andere Bots reagieren wiederum nur auf spezielle Befehle. Sie bieten spezielle Funktionen innerhalb ihres Chatraums oder dienen als Schnittstelle zu anderen Diensten.

     

     

    Der Bot im Facebook Messenger

     

    Neben WhatsApp, Slack und anderen Kanälen bietet Facebook seit 2016 die Möglichkeit, einen sogenannten Bot zu programmieren und ihn in den Facebook Messenger für eine Unternehmensseite einzubinden. Intelligente Bots beantworten Nutzerfragen mit einem vorgefertigten Set von Antworten und Gegenfragen und lassen sich stetig weiterentwickeln. Viele große Unternehmen, News-Seiten und Marken (z. B. eBay, Amazon, Audi, Airbnb) setzen Bots bereits erfolgreich ein oder entwickeln entsprechende Lösungen.

     

    Messenger Bots können dabei helfen, Ressourcen zu sparen, Nutzer schneller und effizienter mit Informationen zu versorgen und zeitnah mit Nutzern und potenziellen Kunden zu kommunizieren. Normalerweise muss ein Nutzer nach dem Abschicken seiner Frage zwischen 15 Minuten und 48 Stunden auf eine Antwort warten. Bots erledigen simple Anfragen in wenigen Sekunden – und verweisen bei komplexeren Sachverhalten zuverlässig auf menschliche Mitarbeiter.

     

    Schon heute nutzt eine Milliarde Menschen (Monthly Active Users – MAUs) weltweit den Facebook Messenger, Tendenz stark steigend. Die meisten Fragen an Unternehmen ähneln sich dabei sehr stark, meist sind es simple Produktfragen zu Verfügbarkeit, Varianten oder Preisen. Eine Vielzahl dieser zeitaufwendigen Nutzeranfragen kann von einem Bot bearbeitet werden. Die Entwicklung eines Bots ist – im Vergleich zu der permanenten Beschäftigung mehrerer Mitarbeiter – sehr kosteneffizient und kann die Kommunikation mit Nutzern verbessern. Da sich der Facebook Messenger als Kommunikations-Tool auf externen Websites einbinden lässt, kann er auf den jeweiligen Produkt- oder Serviceseiten eingebaut werden, um so eine direkte und schnelle Möglichkeit für Besucher zu schaffen, mit der Marke zu kommunizieren.

     

    Ein weiterer Vorteil gegenüber anderen Kanälen oder auch Apps ist der, dass die Nutzer sich in einem bestehenden und weiterverbreiteten Umfeld bewegen. Viele nutzen die Messenger-Funktion für ihre alltägliche Kommunikation und müssen somit keine weitere Anwendung installieren und deren Funktionen erlernen. Messenger-Systeme an sich sind schon seit einigen Jahren in Gebrauch und haben sich mit Facebook, WhatsApp, Telegramm usw. rasant weiterentwickelt und -verbreitet. Die nächste Stufe bei ihrer Entwicklung ist die Verbindung mit künstlicher Intelligenz (KI). Hier lernen die Systeme selbstständig weiter und optimieren sich in jeglicher Hinsicht. Aus Sicht der Marketingtreibenden eine sicherlich spannende Geschichte, aber natürlich auch nicht ganz ohne Risiken.

    Handy, PC, iPad. Um Kunden heutzutage über mehrere Endgeräte hinweg zu erreichen, müssen Werber mit der Zeit gehen. Die Customer Journey beschränkt sich nicht mehr nur auf eindimensionale Touchpoints, sondern tatsächlich über mehrere Channels und Devices hinweg. Deshalb ist es umso wichtiger, die eigenen Kunden mittels Multi-Device-Trackings zu analysieren und eine harmonische Customer Journey zu kreieren: Bessere Suchergebnisse aussteuern, Präferenzen und Wish Lists kennen, Empfehlungen aussprechen. Die Datenanalyse von mehreren Endgeräten zu kombinieren ist zu einer wahren Herausforderung geworden.

    Native Advertising ist beispielsweise eine Werbeanzeige, bei der werbliche Inhalte im gleichen Stil wie redaktionelle Beiträge des veröffentlichenden Mediums gestaltet werden – digitale Werbung, die journalistisch wirkt und an den Inhalt der jeweiligen Webseite angepasst ist.

    Newsjacking ist eigentlich kein wirklich neues Thema, bekommt durch das Web aber neue Dynamik und kann für Marken ein wirklich interessanter PR- und Marketingaspekt werden. Das Kunstwort bedeutet, eine Nachricht oder ein Thema zu rauben, zu hijacken, um damit für eigene Zwecke und Inhalte Aufmerksamkeit zu generieren. Große politische, soziale oder gesellschaftliche Themen eignen sich hierfür besonders gut. Eine breite Öffentlichkeit hat bereits Interesse und Marken nutzen diese Themen für ihre eigenen Marketing- und Kommunikationszwecke, ohne dafür direkt zu bezahlen. Blogger und Journalisten grasen für ihre Arbeit vor allem die sozialen Netzwerke nach heißen Themen ab. Was wird aktuell diskutiert und bewegt die Gemüter? Was könnte sich zu einem großen Thema entwickeln?

     

    PR- und Social-Media-Treibende produzieren nun ihrerseits dezidiert Inhalte zu diesen heißen Themen, um im besten Fall in die Berichterstattung integriert zu werden – oder zumindest in die Sogwirkung der Wahrnehmung bei den Konsumenten zu gelangen. Dies funktioniert oft über humorige oder satirische Aufbereitungen der Themen. Die Mechanik der PR-Arbeit wird hier umgedreht. Es wird kein markeneigener Inhalt zu einem vorab festgelegten Zeitpunkt ausgespielt, sondern reaktiv zu aktuellen Stimmungen, Trends und Themen produziert und publiziert. So nutzt der Autovermieter Sixt immer wieder Themen aus der aktuellen Presse, die er in seiner Kommunikation aufgreift und mehr oder weniger humorvoll adaptiert.

    Now Data – auch Hot Data genannt – sind Daten, die vom IoT System verarbeitet werden. Eingehende Informationen und Daten werden in Lichtgeschwindigkeit verarbeitet und müssen so schnell wie möglich organisiert werden – und zwar in drei Kategorien: Now, Near und Archive Data. Diese Strukturierung hilft, große Datenmengen im IoT System effizient zu verwalten.

    Omni-Channel Marketing bezeichnet eine breit aufgestellte Werbeoffensive, die Kunden an allen Fronten – in allen Kanälen – erreicht: von Social Media bis hin zu Online, Mobile, etc. für eine nahtlose Consumer Experience.

    Performance-Marketing bezeichnet im Allgemeinen den Einsatz von Onlinemarketinginstrumenten, der eine messbare Reaktion und Transaktion mit dem User nach sich zieht. Und entspricht damit dem Direktmarketing innerhalb interaktiver Medien.

    PPC bzw. Pay-per-Click ist eine Form des Onlinemarketings bzw. eine Abrechnungsmethode und das mit Abstand erfolgreichste Werbemodell: Der Kunde bezahlt den Anbieter – also beispielsweise Google – für jeden Klick auf eine Anzeige, die zu seiner Online-Präsenz führt. 

    Für Reaktionen bei Online-Beiträgen und Kommentaren bleibt heutzutage immer weniger Zeit. Nutzer erwarten sofortige Reaktion – der Großteil sogar innerhalb von einer Stunde. Für Social Media Teams heißt das auf jeden Fall, dass Monitoring und ein rasanter Workflow immer wichtiger werden, um den Reaktionszeiten gerecht zu werden – mittels des Real-Time Engagements.

    Zuhören können ist der halbe Erfolg: was in den Social-Media-Kanälen über Unternehmen oder eine Marke gesagt wird und welche Bedeutung dies für ein Unternehmen haben kann, wird durch das Social Media Listening definiert. Hier werden Erwähnungen einer Marke beispielsweise auf Twitter ausgewertet, Branchen-Trends beobachtet, geschaut, was auf Instagram beliebt ist, etc.

    Smiley, Äffe oder Kackhäufchen: beim Chatten sind Emoticons oder Sticker nicht mehr wegzudenken. User versuchen, sich optimal beim Chatten auszudrücken und greifen hier gern auf bunte Bildchen bzw. Emojis zurück, die ihre Gefühle oder passende Mimik transportieren. Eine echte Chance für Unternehmen, die immer häufiger selbst Sticker entwickeln, welche sich auf ihr Angebot oder ihre Marke beziehen.

    Klassische Anmeldeformulare auf Websites und Apps sind den meisten Nutzern ein Dorn im Auge und stellen oftmals Grund Nummer eins dar, wenn Nutzer abspringen. Mit dem Social Login über Facebook beispielsweise wird Zeit gespart – was für Unternehmen zum einen zu einer höheren Anzahl an Registrierungen führt. Zum anderen erhalten sie sehr viele sensible und hochinteressante Daten, die für Optimierungen sehr sinnvoll sind. Durch den Login werden User ganz einfach trackbar. Ihnen können so zum Beispiel zugeschnittene Angebote zur Verfügung gestellt werden.

    Im Vergleich zur Suchmaschine YouTube ist Vimeo eine Video-/Filmplattform für eher anspruchsvolle Inhalte. Künstler, Filmemacher und Co stellen hier ihre Projekte vor. Neben den frei zugänglichen Inhalten kann man auch Filme gegen Bezahlung (on Demand – und es gibt Leute, die damit Geld verdienen) einstellen.

     

    Hot-Shit-Faktor: Für Film- und Video-Nerds, die auf visuelle Qualität Wert legen, ist das die Plattform, um sich auszutauschen. Qualität statt Quantität!

    Darunter versteht man tragbare Computersysteme, oft in Interaktion mit dem Körper. Sie dienen meist der Aufzeichnung, Evaluation und Beeinflussung. Uhren, Datenarmbänder, Brillen oder in Textilien eingearbeitete Sensoren sind aktuell schon im Einsatz.

     

    Hot-Shit-Faktor: Sport, Fitness, Gesundheit, Medizin und Arbeitswelt, intelligente Fließbänder, Interaktion von Mensch und Maschine, Head-up-Displays zeigen mir z. B. die richtige Schraube beim Montieren eines Motors

    Benutzer können über WhatsApp Textnachrichten, Bild-, Video- und Tondateien sowie Standortinformationen, Dokumente und Kontaktdaten untereinander austauschen. Bislang gilt der Dienst auch noch als verschlüsselt. Direkter geht es nicht. Wenn ich als Marke oder Unternehmen mit meiner Zielgruppe in den individuellen und persönlichen Kontakt treten kann, dann über WhatsApp. Das Ganze dann noch mit einem Chatbot verknüpfen und schon kann der Markendialog beginnen.


    Hot-Shit-Faktor: Direktmarketing-Tool, WhatsApp-Newsletter